GnuPG Pressemitteilung

Werner Koch wk@gnupg.org
Wed Jun 20 11:18:01 2001


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 || On Wed, 20 Jun 2001 09:26:06 +0200
 || Lutz Zolondz <lutz.zolondz@g-n-u.de> wrote:=20
    [und wohl auch Peter Gerwinski]

 lz> Dies ist ein =DCbertragungsfehler: In der gedruckten Version wird GUUG
 lz> erw=E4hnt.

Ah ja.  Und wo ist diese Version?  Wieso bekommt die GUUG bzw. ich, als
der hierf=FCr Zust=E4ndige, sie nicht vorher zu sehen?

 lz> Allerdings finde ich es bezeichnend, da=DF sich gerade dieser Fehler
 lz> eingeschlichen hat: Wenn dies ein Projekt der GUUG war, finde ich es
 lz> merkw=FCrdig, da=DF der Abschlu=DFbericht bei mir (Peter) h=E4ngenblie=
b und

Moment!  Du hast gesagt, das Du an dem Bericht arbeiten wirst -
darunter verstehe ich aber nicht, ihn dann undiskutiert und
klammheimlich zu ver=F6ffentlichen.

Deine Firma ist von uns beauftragt worden an diesem Projekt zu arbeiten
und wenn ich mich recht erinnere war Dir damals sehr daran gelegen.

 lz> Dein pers=F6nliches Engagement steht au=DFer Frage, aber wo war GUUG
 lz> w=E4hrend des Projekts? Was tut GUUG im Moment, um das Projekt auch in
 lz> Zukunft weiterf=FChren zu k=F6nnen?

Die GUUG hat doch wohl Deine Rechnungen bezahlt.  Deine Frage, was sie
momentan macht, um das Projekt fortzuf=FChren, finde ich schon etwas
seltsam angesichts Deiner =C4=FC=DFerung, das Du die GUUG bei einer zweiten
Phase des Projekts auf alle F=E4lle drau=DFen haben willst.

 lz> Du warst es, der die Bezeichnung "GnuPG-Projekt" f=FCr das
 lz> Meta-Projekt abgelehnt hat, um es von "GnuPG" im Sinne eines echten

Und deswegen haben wir es in Berlin und auf dem FTP Server unter
Freie Software und IT Sicherheit (FRUIS) laufen.  Der Name "GnuPP" ist am
12. M=E4rz von Thomas Koester mit verschieden Bedeutungen vorgeschlagen
worden und von Dir dann sofort aufgeriffen worden:

  Bevor uns in letzter Minute noch jemand zuvorkommt, reserviere ich
  uns schon mal gnupp.{de,com.org}.

  In diesem Sinne: Willkommen im GnuPP (GNU Privacy Project) bzw. im
  GnuPP-Projekt (GNU Privacy Protection)!

Es hat _keine_ weitere Diskussion zu diesem Thema gegeben,
insbesondere war diese Domain Beantragung m.E. etwas voreilig.
Zwischen den beiden Mails lagen gerade mal 3,5 Stunden ohne jede
Abstimmung mit dem Projekttr=E4ger oder den anderen Beteiligten.  Ich
habe eher zuf=E4llig erfahren, da=DF die Webseiten jetzt woanders liegen;
bzw. eine 2. Version davon.  Hier hat jeder Zugriff auf das CVS mit den
Webseiten und ich halte es f=FCr eine sehr schlechte Strategie das nicht
zu benutzen.

 lz> GNU-Projekts abzugrenzen. "Freie Software und IT-Sicherheit" ist f=FCr
 lz> Werbezwecke zu lang. Die Bezeichnung "GPA-Projekt" wurde von uns
 lz> (G-N-U) abgelehnt. Schlie=DFlich stellte Thomas Koester (Intevation)
 lz> auf der Projektliste den Vorschlag "GnuPP" zur Diskussion, der uns seh=
r=20
 lz> gefiel und gegen den niemand Einw=E4nde erhoben hat.

Sch=F6n das es Euch (G-N-U) gefiel - ihr seit aber nicht allein.

 lz> GEAM ist nicht wirklich ein Bestandteil des vom BMWi gef=F6rderten
 lz> Projekts, in dem es um eine GUI und MUA-Plug-Ins - eben um

Auf den Webseiten wird das Ding gepriesen und die Pr=E4sentation in
Berlin w=E4re voll in die Hose gegangen, wenn wir GEAM nicht gehabt
h=E4tten.  Soquat hat das als Anlass genommen von einem Erfolg des
Projekts zu sprechen.  Wenn ich mir die eingereichten Rechnungen
ansehe, finde ich da mehrere Posten zu GEAM (meine Firma und OpenIT).

 lz> anzubieten, ist nicht sonderlich sinnvoll, zumal f=FCr den Einsatz
 lz> von GEAM in jedem Fall professioneller Support notwendig ist.

Das sollte man mal dem Anwender =FCberlassen.=20=20

BTW, wir haben viele Anfragen zu GEAM bekommen und konnten nur
ausweichend antworten (es gab nur eine CVS Version), ich habe das Ding
deswegen jetzt auch als tarball ver=F6ffentlicht.  Besser ich mache das,
als das irgend jemand sonst sich die CVS Version nimmt und ein
richtiges Release macht.  Ich habe auch seit Wochen nicht sehen k=F6nnen
ob Anfragen zu diesem Thema beantwortet wurden (die Anfrage sehe ich,
erwarte aber das ich auch eine Bcc erhalte)

 lz> Auch Sylpheed ist eigentlich kein Gegenstand des vom BMWi
 lz> gef=F6rderten Projekts, sondern eine Machbarkeitsstudie, die wir f=FCr

Mit dem Unterschied, das Sylpheed neben Mutt einer der wenigen MUAs
ist, der funktionierenden GnuPG Support hat.  Das als
Machbarkeitsstudie zu verkaufen ist nicht besonders nett gegen=FCber den
Duzenden von Entwicklern.  Ausserdem ist diese Entwicklung aus
sicherheitstechnischen Gr=FCnden sehr zu begr=FC=DFen - Verschl=FCsselung
unter Outlook etc. einzusetzen ist wie eine 20m hohe Burgmauer die
aber nur die eine H=E4lfte der Burg umgibt.  Auch hat sich das BMWi an
der Entwicklung beteiligt.

Das Sylpheed eine wesentlich brauchbarere Software als GPA ist, mu=DF
ich ja wohl nicht besonders erw=E4hnen.

 lz> Reaktionen der Benutzer, da=DF Sylpheed in der Windows-Umgebung keine
 lz> Akzeptanz findet, sondern die Leute eigentlich Plug-Ins f=FCr

Wo zeigt sich das?  Die eingehenden Testberichte handeln zu 80% von
unbenutzbarem GPA.  Es ist bekannt, da=DF die Windowsversion von
Sylpheed noch Fehler hat - wir arbeiten jedoch an einer Reintegration
mit dem normalen Sourcetree und dies auch zu 98% geschafft haben (ohne
jegliche F=F6rderung).

 lz> Die aktuellen Versionen befinden sich auf der CD. Bis jetzt sind wir
 lz> noch nicht dazu gekommen, die Webseiten zu aktualisieren.

Das stimmt nicht.  Ihr habt diese CD oder was auch immer im Stillen
vorbereitet und es bedurfte erst einer explizieten Nachfrage
meinerseits um dies zu erfahren. Wenn man eine aktuelle Version macht,
nimmt man diese aus dem CVS und nicht aus seinem eigenen veralteten
Tree.  Bei G-N-U ist offensichtlich niemand in der Lage der
Entwicklung zu folgen; oder wie soll ich die Bemerkung verstanden
wissen, "ich habe zwar eine Account auf dem neuen Server, konnte aber
das CVS nicht finden".  Hunderte andere Programmierer hatten da kein
Problem mit.

 lz> Ich halte es =FCbrigens weiterhin f=FCr eine gute Idee, die jeweils
 lz> aktuelle Version auf dem FTP-Server durch einen Symlink zu
 lz> kennzeichnen und von den Webseiten aus den Symlink anzulinken.

Das ist immer noch eine schlechte Idee.  Dadurch w=FCrde jede Version
den gleichen Namen haben und es wird noch schwerer Testberichte zu
interpretieren.

 lz> Stimmt ja auch genau so. Und daneben steht, da=DF die Software
 lz> demn=E4chst unter LGPL ver=F6ffentlicht wird. Dazu w=E4re G Data

Versprochen, tja..  Ich habe diese Software noch immer nicht
gesehen. Wo ist sie denn?  Und _kostenlos_ bedeutet ja nicht da=DF es
auch _Freie Software_ ist.  Aber wem sag ich das.

 lz> Ich halte es f=FCr eine gute Sache, wenn jetzt eine Firma mehr
 lz> ernsthaft damit anf=E4ngt, Freie Software zu schreiben.

Ja, wo denn?

 lz> Die Seitengestaltung wird auch von uns kritisiert. Wir haben
 lz> Thorsten Kraft (EDV-Leiter bei G DATA) gebeten, anstelle der Seite

Den ich letztes Jahr mehrfach angeschrieben habe um das Design
abzuklaren, der es aber nicht f=FCr n=F6tig h=E4lt auch nur eine Antwort zu
schicken.

Diese Firma hat die PM genutzt um Werbung f=FCr ihre propriet=E4re
Software zu machen.

 lz> Bedauerlicher Fehler. www.g10code.com war mir (Lutz) nicht bekannt.

Da kann man doch wohl nachfragen.  Ich bin seit 3 Wochen oder so aus
dem Urlaub zur=FCck und nie l=E4nger als 24 Stunden von meiner Mail weg
gewesen. Ja, ja, ich lese Mail auch am heiligen Sonntag obwohl ich das
eigentlich nicht tun sollte.

 lz>   - GPA ist bereits durch seine Versionsnummer eindeutig als "noch
 lz>     nicht fertig" erkennbar.

Unsinn.  Eine Versionsnummer sagt bei Freier Software nicht viel
aus.  Siehe gettext 0.10.35, siehe GEAM 0.8 was seit langem im Einsatz
ist und von Euch beworben wird.

 lz>   - Das GNU-Projekt ist in der =D6ffentlichkeit viel zu wenig bekannt.
 lz>     Je =F6fter wir es erw=E4hnen, desto eher hat es eine Chance, da=DF

Das GNU Projekt in einen Zusammenhang mit propriet=E4rer Software
(G-Data) zu bringen ist kontraproduktiv.  Das sollte Peter als Head Of
Office der FSFE klar sein.

 lz>   - Definitionsstreitigkeiten interessieren die =D6ffentlichkeit
 lz>     nicht. Nat=FCrlich k=F6nnen wir irgendwo zus=E4tzlich erw=E4hnen, =
da=DF

Richtige Benenungen sind aber nunmal wichtig. Siehe GNU/Linux.

 lz>     GnuPG ein offizielles GNU-Projekt ist (und die anderen

Das habe ich damit nicht ausdr=FCcken wollen, vielmehr wollte ich
klarstellen, das FRUIS in der N=E4he des GNU Projekts angesiedelt ist.

 lz>   - Es wird gezeigt, da=DF die Freie-Software-Gemeinschaft in der Lage
 lz>     ist, in vorgegebener Zeit ein definiertes Ergebnis zu erzielen
 lz>     (mehr oder weniger). Auch das ist positiv f=FCr das GNU-Projekt.

Hmmm. Durch Interpretation kann man vieles ins richtige Licht r=FCcken.
Ich mu=DF mich doch stark fragen was ein "definiertes Ergebniss" ist -
ist es nicht vielmehr so, da=DF wir das durch Neuinterpretation etwas
angepasst haben?

Die Qualit=E4t einiger der Komponenten wirft wohl doch einen
Schatten auf das GNU Projekt.

 lz> Das BMWi hat eine Anfrage an die G-N-U GmbH (de facto: Soquat an
 lz> Zolondz) gerichtet. Auf meinen (Lutz) Vorschlag wurde der Auftrag
 lz> von Linuxland abgewickelt. Lutz Zolondz ist f=FCr den Inhalt

Welcher Auftrag?  Der Abschlussbericht den ich nur auf Nachfrage
erhalten habe?  Die Pressemitteilung?  Offensichtlich wurde hier
beides im Stillen von Linuxland und G-N-U gemacht.

 lz> verantwortlich. Das BMWi (Soquat) erwartet zielgerichtete und
 lz> ergebnisorientierte Abwicklung, keine wochenlangen Diskussionen =FCber
 lz> die Formulierung eines Satzes, der den Ausdruck "GNU" enth=E4lt.

Wie soll ich das denn verstehen?

Ich glaube auch nicht das das BMWi eine "ergebnissorientierte
Abwicklung" erwartet (was immer das sein soll), sondern ein "positives
und verwertbares Ergebniss"

 lz> Entweder wir versuchen, den politischen Einflu=DF, den wir zur Zeit
 lz> noch haben, zu nutzen, oder wir lassen es sein und =FCberlassen
 lz> TeleTrusT das Feld! (Es gab bereits eine Beschwerde von R. Roy

Was soll das?  Ich bin davon =FCberzeugt das Freie Software auch im
Wettbewerb mit proprietarer Software bestehen kann.  Es wird sich doch
herausstellen wer das bessere Produkt hat.

Ich kann mich des Gef=FChls nicht erwehren, da=DF Ihr die Prinzipien der
Entwicklung Freier Software nicht vollst=E4ndig verstanden habt.  Wie
sonst sind die ganzen Heimlichkeiten (erstes GPA Projekt, keine CVS
commits GPA bevor Bernhard Herzog es =FCbernahm, Berichte und
Kommunikation ohne zumindest die Projektteilnehmer zu unterrichten) zu
verstehen.  Da sollte sich schleunigst etwas =E4ndern.

Ciao,

  Werner


p.s.
Euch ist klar, das projekt@gnupg.de =F6ffentlich archiviert ist.

=2D-=20
Werner Koch        Omnis enim res, quae dando non deficit, dum habetur
g10 Code GmbH      et non datur, nondum habetur, quomodo habenda est.
Privacy Solutions                                        -- Augustinus

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